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Vielversprechender Messeauftakt der SurfaceTechnology GERMANY 2018

Neustart und Kontinuität – beides trifft auf die SurfaceTechnology GERMANY zu, die am 5. Juni ihre Tore geöffnet hat und in die drei Messetage gestartet ist. Wesentlicher Bestandteil: Der ZVO-Gemeinschaftsstand mit seinen 77 Ausstellern.

Foto Kongressraum mit Menschn

Mit dem neuen Namen positioniert sich die internationale Fachmesse für Oberflächentechnik in Stuttgart noch deutlicher als umfassende Leistungsschau der Beschichtungstechnologien. Der Markt hat den Namenswechsel von O&S zu SurfaceTechnology GERMANY angenommen, und offenbar hat der neue Name bereits einiges bewirkt: Die Rahmenbedingungen für die Premiere der SurfaceTechnology GERMANY sind ideal. Mit rund 300 Ausstellern auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 8.000 Quadratmetern erleben die Besucher derzeit eine Rekordmesse (+15 Prozent im Vergleich zu 2016). Ein Viertel der Aussteller stammen aus dem Ausland, vor allem aus Italien, der Schweiz, Japan und Großbritannien.

Auch die Besucherzahlen am ersten Messetag sind vielversprechend und unterstreichen die Bedeutung der Messe. „Die Unternehmen sind hochmotiviert und die Atmosphäre in Halle 1 ist sehr angenehm“, so Olaf Daebler, Global Director SurfaceTechnology bei der Deutschen Messe AG. „Und wer durch die Halle gelaufen ist, für den besteht kein Zweifel mehr: Die Farbe der internationalen Fachmesse für Oberflächentechnik ist grün.“

ZVO-Hauptgeschäftsführer Christoph Matheis: Branche begegnet Herausforderungen mit Flexibilität und Innovationskraft

Zur Eröffnungspressekonferenz fanden sich rund 20 Pressevertreter ein. ZVO-Hauptgeschäftsführer Christoph Matheis skizzierte die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung der Galvano- und Oberflächenbranche, die von der allgemein guten wirtschaftlichen Situation profitiere. Er rechne damit, dass sich der positive Trend auch 2018 fortsetzen werde. Immer strengere Umweltauflagen sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise seien zwar „große Herausforderungen, gleichzeitig aber Ansporn und ein Beispiel für die Flexibilität und Innovationskraft der Branche“. Diese sei eng an die Entwicklung der Automobilbranche und deren Entwicklungstrends Elektromobilität und Leichtbau gekoppelt. Betroffen sei die Branche ebenso wie wichtige anderen Industriezweige vom Fachkräftemangel, der die kleinen und mittleren Unternehmen der Galvano- und Oberflächentechnik besonders hart treffe. Dies gelte ebenso für den starken Preisanstieg für Rohstoffe wie Zink und Nickel, aber beispielsweise auch für Kobalt, das im Bereich der E-Mobilität und der Kommunikationstechnologie eingesetzt wird.

REACH: Regulierungspraxis verfehlt ihr Ziel und verhindert Investitionen

Eine weitere komplexe Herausforderung für die Branche stellt die vielschichtige Regulierungspraxis unterschiedlicher europäischer und nationaler Behörden dar. Ein Beispiel dafür ist die REACH-Verordnung, die seit zehn Jahren in Kraft ist. Dr. Malte Matthias Zimmer, Leiter des ZVO-Ressorts Umwelt- und Chemikalienpolitik, stellte infrage, dass die REACH-Verordnung ihr postuliertes Ziel einer deutlichen „positiven Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit und die Umwelt“ erreicht. Eine konkrete qualitative Benennung der bis 2018 erzielten Benefits sei nicht erfolgt. Zimmer bezeichnete das Vorgehen der Behörden als „Aktionismus“. Dazu belegte eindrücklich, auf welche Weise die unüberschaubare Regulierungspraxis unterschiedlicher europäischer und nationaler Behörden die Märkte verunsichere, für einen Verlust von Produktionsprozessen ins Ausland sorge, Investitionen verhindere und Arbeitsplätze gefährde. Zur Illustration nannte er Beispiele aus der bisherigen Regulierungspraxis. Konkret schilderte er: „Im Zuge der Altautoverordnung wurde Chromtrioxid aus den Passivierungen verbannt. Kobalthaltige Alternativen konnten nach Jahren der Forschung als gleichwertige Alternative eingeführt werden. Nun soll auch Kobalt substituiert werden“ und vermutete „Die Endlichkeit des Periodensystems der Elemente ist Regulierern anscheinend nicht bekannt.“ Das Thema führte in der Folge zu einer regen, kontroversen Diskussion.

Die Aussteller des ZVO-Gemeinschaftsstandes lobten die gute Qualität der Gespräche am ersten Messetag. Trotz des heißen Sommerwetters erwarten die Aussteller für die beiden ausstehenden Messetage steigende Besucherzahlen.