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Entscheidungen über Sammelanträge zu Chromtrioxid unter REACH

In den kommenden Wochen wird sich der zuständige Fachausschuss der EU-Kommission in Brüssel mit zahlreichen REACH-Sammelanträgen zur Verwendung von Chromtrioxid befassen und hierüber abstimmen.

Reagenzgläser und Periodensystem symbolisieren chemische Elemente

Zahlreiche Untersuchungen beschäftigen sich mit Ersatzmöglichkeiten für Chromtrioxid.

Als einer der ersten Sammelanträge wurde am 25.Oktober 2018 das CTACSub-Dossier vom REACH-Fachausschuss unter die Lupe genommen. Auf der Basis seines Positionspapiers ist der ZVO derzeit mit hochrangigen Vertretern der deutschen Politik im Gespräch. Vergangene Austauschgespräche des Verbands mit Entscheidungsträgern relevanter Ministerien zu REACH sowie zur Chemikalienregulierung allgemein dienten als Ausgangspunkt für die im Positionspapier dargelegten Argumentation des ZVO. 

Die Verwendung von Chromtrioxid wurde durch Aufnahme in den Anhang XIV zu REACH zulassungspflichtig. Die weite Verbreitung unterschiedlichster Verwendungen in der Galvanotechnik führte zunächst auch im Dialog mit den europäischen Behörden dazu, dass übergeordnete, sogenannte „upstream“-Anträge für eine effektive Bearbeitung durch die Europäische Chemikalienagentur ECHA anzustreben seien (gemäß Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH), Artikel 62(2) und 62(3)).

Weit über 100 Einzelanträge stellten die EU-Behörden vor unverhältnismäßige Herausforderungen

Weit über einhundert Einzelanträge hätten die zuständigen EU-Behörden vor kaum zu bewältigenden Herausforderungen gestellt. Mittlerweile haben die REACH-Gremien hier ihre Ansicht ins Gegenteil verkehrt. Trotzdem wurde bis dato in gutem Glauben, unter immensen Aufwänden und immer wieder erschwert durch Nachfragen und Zweifel der Gremien eine Vielzahl an Sammelanträgen gestellt, die die tatsächlich vorhandenen Risiken eindeutig beschreiben. Ebenso sind die begrenzten Substitutionsmöglichkeiten dem technisch versierten Leser sehr klar gemacht worden.

Alternativlosigkeit der Verwendung von Chrom (VI) nicht widerlegt

Die Alternativlosigkeit der verschiedenen beantragten Verwendungen von Chromtrioxid wurde weder in der Public Consultation noch in Feldtests widerlegt. Die EU-Kommission hat inzwischen Unterschiede der von der ECHA anfänglich favorisierten generalisierten Antragsstruktur zu Einzelanträgen erkannt. Die betreffenden „upstream“-Konsortien müssen als Folge der Umsetzung dieser ursprünglich seitens der meinungsbildenden Behörden favorisierten Antragsform nun damit rechnen, eine unzureichend kurze „review period“ von vier Jahren oder gar keine Zulassung zu bekommen.

Risiko durch Gefahr in Deutschland bei nahezu Null

Die Betriebe erfahren insbesondere in Deutschland eine intensive permanente Überwachung. Störfallbegehungen, diverse IED-Inspektionen (Immissionsschutz, Abwasser, Abfall etc.), Expositionsmessungen durch die Berufsgenossenschaften, Auditierungen zum Beispiel nach 9001:2015 oder ISO 4000, externe Überwachung des Sicherheitsmanagements, Eigenüberwachung durch Abwasser- und Abluftmessungen und Betriebsärztliche Überwachung sind nur einige der Bausteine, die seit Jahren das Risiko durch Gefahrstoffe auf nahezu Null reduzieren. Behörden und Betriebe erreichen auf diese Weise den in den Industriestaaten üblichen Lebensstandard, ohne Mensch und Umwelt über Gebühr zu gefährden. Der ZVO moniert, dass die Lernprozesse der ECHA offensichtlich auf eine Begünstigung spezifischer Einzelanträge hinauslaufen, während für „upstream“- bzw. Sammelanträge in der Regel kurze Überprüfungszeiträume erteilt werden.

ZVO kritisiert pauschale Versagung der Zulassung als unverhältnismäßig

Für Betriebe bedeutet dies, dass die anfänglichen Einschätzungen und Aussagen der europäischen Behörden nicht mehr zutreffen und in Zukunft vermehrt teure Einzelanträge gestellt werden müssten, die sich viele mittelständische Unternehmen kaum leisten können. Eine pauschale Versagung der Zulassung ist unverhältnismäßig. Hier würde ein industrieller Sektor unverständlicherweise aus den technischen Lieferketten verbannt – und dies vor allem, weil die anfänglichen Empfehlungen der europäischen Fachbehörde beachtet und umgesetzt wurden.

Den Wortlaut des Positionspapiers finden Sie zum Nachlesen und Download als angehängte Datei.