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REACH: ECHA plant Strategieergänzung

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA plant eine strategische Ergänzung ihrer regulativen Maßnahmen in Bezug auf die Substitution besorgniserregender Substanzen durch andere Verbindungen oder Technologiewechsel. Der ZVO konnte sich unter anderem im Rahmen eines Workshops in Helsinki am 9. und 10. Oktober in die Erarbeitung des Strategieentwurfs einbringen.

Moleküle

ZVO war an Strategieentwurf in Helsinki beteiligt. (Bild: Fotoalia)

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA arbeitet bereits seit einigen Monaten an einer strategischen Ergänzung ihrer regulativen Maßnahmen. Es geht dabei um die verstärkte Förderung der Substitution besorgniserregender Substanzen durch andere Verbindungen oder Technologiewechsel. Der ZVO konnte sich unter anderem im Rahmen eines Workshops in Helsinki am 9. und 10. Oktober in die Erarbeitung des Strategieentwurfs einbringen.

Bereits zu Beginn dieses Jahres war die Substitution Gegenstand einer Voruntersuchung[1] des „Lowell Center for Sustainable Production“ der University of Massachusetts Lowell. Die Ergebnisse wurden in einen Strategieentwurf umgearbeitet – einen sogenannten „thought starter“[2].

In diesem „thought starter“ wurden vier wesentliche Aspekte definiert, die zu einer größeren Förderung von Substitutionsmaßnahmen führen sollen:

  1. Erhöhung der Leistungsfähigkeit durch Workshops mit Einwirkung auf und Beteiligung der Lieferkette (Capacity building through supply chain interaction workshops)
  2. Vereinfachter Zugriff auf Finanzierungen und Unterstützung (Facilitating access to financing and support)
  3. Vereinfachte Nutzung der vorhandenen Daten aus Registrierung, Klassifizierung und Risikomanagement, mit dem Ziel nachhaltige Substitutionen zu erreichen (Facilitating the use of registration, classification and risk management data for sustainable substitution)
  4. Aufbau (Entwicklung) von Netzwerken mit Bezug auf die Substitution von besorgniserregenden Chemikalien (Development networks related to substitution of chemicals of concern).

Diese Vorarbeiten wurden von CARACAL (Competent Authorities for REACH and CLP) in Helsinki diskutiert[3] und auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. CARACAL[4] ist eine Expertengruppe, die die Europäische Kommission und die ECHA in Fragen von REACH und CLP (Klassifizierung und Kennzeichnung) berät. Ihre Mitglieder vertreten Mitgliedsstaaten der EU, die drei EFTA Staaten (Island, Liechtenstein und Norwegen), internationale Organisationen und Interessenvertreter (unter anderem UEAPME). Zudem sind Beobachter aus einigen nicht-EU-Staaten vertreten.

Der ZVO hatte durch seine Mitgliedschaft im CETS (European Committee for Surface Treatment) und dessen Beteiligung im UEAPME (European Association of Craft, Small and Medium-sized Enterprises) die Gelegenheit, bereits in diesem frühen Stadium an der Ausgestaltung des ECHA-Strategieentwurfs mitzuarbeiten.

Bereits vor dem Workshop hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, schriftliche Kommentare zum „thought starter“ einzureichen. Diese industrieseitigen Kommentare wurden positiv aufgenommen.

Die Oberflächentechnik hat neben anderen Aspekten vor allem betont, dass sich Aufwand und erwartete Ergebnisse in einem gesunden Verhältnis befinden müssen. Eine vorgelagerte Prioritätensetzung bei der Verwendung von Substanzen sei daher unumgänglich. Weitere wesentliche Diskussionspunkte waren Gleichberechtigung im Markt, die Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen sowie der dringende Bedarf an technischer und betriebswirtschaftlicher Erfahrung und Expertise bei den beteiligten Behörden und anderen Teilnehmern an den diskutierten Netzwerken, die die Substitution erarbeiten sollen. Insbesondere wies die Branche darauf hin, dass Substitution ein ganz normaler Bestandteil der alltäglichen Unternehmensentwicklung ist und daher nicht gesondert betrachtet werden sollte.

Die ECHA wird ihrem Vorstand („Management Board“[5]) eine überarbeitete Strategie zur Entscheidung vorlegen. Der ZVO beurteilt diese Entwicklung positiv, da sie der Industrie deutlich mehr Raum zur Objektivierung der Diskussionen einräumt. Die Betrachtungen können stärker risikobasiert werden, statt wie bisher Gefahrstoffe pauschal zu stigmatisieren und aus der Arbeitswelt zu verdammen.

Zusammen mit den europäischen Kollegen aus CETS und UEAPME wird der ZVO alles daransetzen, diese Entwicklung weiter zu begleiten.


[1] echa.europa.eu/documents/10162/13630/lcsp_strategic_options_July_2017_en.pdf/f47e53e4-a9e8-28b8-037c-779cbbed2e23

[2] echa.europa.eu/documents/10162/13630/substitution_strategy_thought_starter_en.pdf/d1158bef-a5aa-9dd4-fb70-9a1fdb82cc93

[3] echa.europa.eu/de/-/workshop-on-substitution-strategy-9-10-october-2017-echa

[4] ec.europa.eu/environment/chemicals/reach/competent_authorities_en.htm

[5] echa.europa.eu/de/about-us/who-we-are/management-board